Zum 50. Jahrestag des Seilbahnunglücks von Cavalese erinnert der Oö. Landes-Feuerwehrverband an sieben Jugendfeuerwehrmitglieder aus Oberösterreich, die 1976 ihr Leben verloren.
Am 9. März 1976 ereignete sich im italienischen Wintersportort Cavalese im Trentino eine der schwersten Seilbahnkatastrophen der Alpen. Beim Absturz einer Gondel der Luftseilbahn auf die Alpe Cermis verloren 42 Menschen ihr Leben, darunter auch sieben Jugendfeuerwehrmitglieder aus Oberösterreich.
Die Reise nach Cavalese war als Dank für die Mithilfe bei der Restaurierung des Krieggräberfriedhofs in Duino-Aurisina im Jahr 1975 organisiert worden. Insgesamt nahmen 32 Jugendliche, zwei Betreuer und ein Skilehrer aus Oberösterreich an der einwöchigen Skifahrt teil.
Nach einem Skitag wollten die Teilnehmer mit der letzten Gondel ins Tal fahren. Da nicht genügend Platz für alle war, musste sich die Gruppe aufteilen. Kurz darauf war ein lauter Knall zu hören: Durch ein technisches Gebrechen wurde das Tragseil vom Zugseil getrennt. Die voll besetzte Gondel stürzte rund 70 Meter in die Tiefe. Nur ein 14-jähriges Mädchen überlebte das Unglück.
Die Skiwoche wurde sofort abgebrochen. Wenige Tage später wurden die verstorbenen Feuerwehrmitglieder unter Begleitung von Landes-Feuerwehrkommandant Karl Salcher und seinem Stellvertreter Adalbert Nadler nach Oberösterreich überführt. Ein von Feuerwehren begleiteter Trauerkonvoi sowie Fackelzüge entlang der Strecke zeigten die große Anteilnahme der Feuerwehrgemeinschaft.
Ein Ereignis, das sich bei den Beteiligten unauslöschlich eingebrannt hat. Walter Fürweger, einer jener Jugendlichen die nicht mit der Gondel mitfahren "durften", erinnert sich immer noch schmerzhaft an das Unglück .
Wir waren bereits in der Gondel drinnen und wurden vom Gondelbegleiter zurück gewiesen. Unser Unmut war nicht zu überhören. Der Protest der Betreuer, dass nun endlich die ganze Gruppe gemeinsam zu Tal fährt blieb ungehört. Es mussten meine zwei Kameraden, ein Betreuer und ich zurückbleiben. Die Gondel fuhr aus der Station ab.
Als sich die Gondel ca. 150 m vor der Bergstation befand geschah das furchtbare Unglück.
Bei der Mittelstation war plötzlich lautes Krachen zu hören, die bergwärts fahrende Gondel kam stark ins schwanken und gleich darauf schlug das Tragseil der zu Tal fahrenden Gondel mit unseren sieben Kameraden mit einem dumpfen Knall am Boden auf.
1977 wurde nahe der damaligen Unterkunft ein Gedenkstein für die sieben Jugendfeuerwehrmitglieder errichtet. Zum 50. Jahrestag erinnert der Oö. Landes-Feuerwehrverband an die Verstorbenen und hält ihr Andenken in der Feuerwehrfamilie in ehrendem Gedenken wach.
Besonders der Verlust der sieben Jugendfeuerwehrmitglieder aus Oberösterreich hinterließ eine Lücke, die bis heute spürbar ist:
Danke an E-OBI Walter Fürweger für die Zurverfügungstellung des Bild- und Zeitungsmaterials.
Ein ausführlicher Bericht erfolgt in der nächsten Brennpunktausgabe.
Auch wir gedenken an alle verstorbenen, besonders an unseren Kameraden Günther Schobesberger!